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Das «Merkker» kann vorläufig weiterexistieren

von Roman Huber | AZ, 9. November 2007

Die Merker Liegenschaften AG hat das Mietverhältnis mit der Stadt für das Jugendkulturlokal Merkker bis ins Jahr 2013 verlängert. Bis dahin soll ein neuer Ort für die Jugendkultur gefunden werden.

Die Stadt Baden hat zudem die alte Stanzerei und das Portierhaus an die Merker Liegenschaften AG verkauft. Im Gegenzug hat sie sich auf dem Krismer-Areal eine Option zum Kauf von Nutzfläche in einem späteren Neubau gesichert.

«Die Stadt hat nun alle Optionen», sagt Stadtammann Stephan Attiger. Er ist mit dem erreichten Vertrag sehr zufrieden: «Es konnte für beide Seiten eine befriedigende Lösung gefunden werden.» Das Jugendkulturlokal Merkker kann bis 31. März 2013 am heutigen Standort bleiben – in einem Teil des ehemaligen Fabrikgebäudes, dem «Gelben Viereck».

Ursprünglich hatte die Merker Liegenschaften AG (MLAG) den Mietvertrag mit der Stadt auf den 31. März 2008 gekündigt. «Wir werden uns aber nicht zurücklehnen», sagt Attiger. Die Stadt will die Zeit nutzen und führt die Suche nach einem neuen Standort für das Jugendlokal weiter. Bereits in zwei bis drei Jahren sollte ein Entscheid gefällt werden, um bis 2013 ein neues Lokal bereitzustellen. Gesucht ist ein Areal, auf dem die Nutzungskonflikte zwischen ruhigerem Wohnen und Freizeitbetrieb möglichst gering sind.

OHNE GROSSKREISEL
Um die Verkehrssituation im Bereich Bruggerstrasse, Gartenstrasse, Stadtturmstrasse zu verbessern, planten der Kanton und die Stadt einen grossen Kreisel. In der Folge kam es zu einem Liegenschaftstausch zwischen der Stadt und der MLAG. Die MLAG übernahm von der Stadt das Krismer-Areal an der Gartenstrasse und übergab ihr dafür das Areal mit der alten Stanzerei und dem Portierhaus der ehemaligen Merker AG. «Der Abtausch der beiden fast flächengleichen Grundstücke fand wertgleich statt», sagt Peter Conrad, Vertreter der MLAG. Beim Kanton ist das Interesse am Grosskreisel inzwischen gesunken. «Auch bei unserer Rückfrage erhielten wir keinerlei Anzeichen für eine baldige Realisierung», sagt Attiger. Für die Stadt war damit der Weg für Verkaufsverhandlungen offen.

Nachdem die MLAG den Mietvertrag für das Jugendlokal gekündigt hatte, plante die Stadt, das «Merkker » in die alte Stanzerei zu verlegen (AZ 9. 6.2007). Im September sollte dem Einwohnerrat ein Kreditantrag unterbreitet werden. Die MLAG signalisierte Widerstand gegen dieses Vorhaben. «Ein solches Lokal bringt erhebliche Immissionen», sagt Conrad, auf die Erfahrungen der letzten Jahre hinweisend. Darauf begannen die Verhandlungen zwischen Stadt und MLAG, die jetzt in den Verkauf beziehungsweise die Mietverlängerung mündeten. Die MLAG ist nach dem Verkauf wieder im Besitz ihres gesamten früheren Betriebsareals.

EINIGE JAHRE GEWONNEN
«Für die Stadt hat der Verkaufsvertrag einige Vorteile gebracht», betont Attiger. Die Zukunft des Jugendkulturlokals Merkker auf dem Merker-Areal ist vorläufig gesichert. Über eine mögliche Realisierung des Grosskreisels müssen der Kanton und die Stadt erst in fünf bis sieben Jahren entscheiden. Sollte der Grosskreisel wider Erwarten in die Strassenplanung aufgenommen werden, könnte die Stadt beziehungsweise der Kanton das Land der MLAG wieder abkaufen. Das Rückkaufsrecht gilt aber nur so lange, wie auf dem Areal kein Neubau realisiert wird.

Frühestens in zwanzig Jahren muss sich die Stadt, gemäss Vertrag, darüber klar werden, ob sie in einem Neubau auf dem Krismer-Areal Eigentum erwerben will. Dieses Optionsrecht kann sie im Falle einer Neuüberbauung im Umfang ihrer jetzt abgegebenen Nutzfläche in der alten Stanzerei, zu dannzumal gültigen Marktpreisen, ausüben. Und schliesslich hat die Stadt aus dem Handel 2,675 Millionen Franken eingenommen.

SANIERUNG IM ZEITPLAN
Momentan sind die Sanierungsarbeiten auf dem Merker-Areal im vollen Gange. Die Gebäude im Innern des «Gelben Rechtecks» wurden abgebrochen. «Die weitere Sanierung soll sehr sanft erfolgen», sagt Conrad. Anfang 2008 soll der Bau des bergseitig geplanten Hauses mit 45 Wohnungen an die Hand genommen werden. «Im Bereich der alten Stanzerei werden wir frühestens in fünf Jahren etwas machen», sagt Conrad. Das Krismer-Areal ist für die MLAG eine strategische Reserve. Immer vorausgesetzt, dass nichts Unerwartetes passiert, bleibe es mindestens die nächsten fünf Jahre unangetastet, sagt Conrad.

Presseartikel «Das «Merkker» kann vorläufig weiterexistieren» (pdf, 1,8 MB)

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