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Eine Kultur- und Denkfabrik

von Roman Huber | AZ Baden, 27. Juni 2008

Auf dem Merker-Areal wird zurzeit das «gelbe Viereck» saniert und ein Wohnneubau erstellt.

Schon von weitem wird es sichtbar: Ein erster Flügel des «gelben Vierecks» auf dem Merker-Areal ist samt Dach saniert. Ein Teil der Mieter ist bereits eingezogen. Die zweite Etappe läuft. Bis in einem Jahr ist alles überstanden. Die meisten Mieter bleiben während der Sanierungsarbeiten im Haus. Die Strategie der Bauherrschaft scheint aufzugehen: Das «gelbe Viereck» ist bis auf den letzten Quadratmeter vermietet. Der Mieterspiegel ist interessant und zeigt, dass das Merker-Areal Kultur- und Denkfabrik bleiben wird. Rückwärtig ist das Wohnprojekt in Bau.

Kultureller Mikrokosmos wird weiterexistieren können

Die Merker Liegenschaften AG zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Sanierung des «gelben Vierecks» kommt gut voran. Alle Räume sind vermietet. Beim neuen Wohnprojekt läuft der Rohbau.

Das Merker-Areal bleibt eine Kultur- und Denkfabrik. Der Entscheid der Eigentümerin, das «gelbe Viereck » zu erhalten und nur sanft zu sanieren, hat sich in der Zwischenzeit schon als richtig erwiesen.

Die aufwändigste Etappe der Sanierung des «gelben Vierecks» auf dem Merker-Areal ist abgeschlossen. Beim stadtwärts gelegenen Flügel erfolgten nebst der Sanierung auch vereinzelte weitere Eingriffe. Während der Bauzeit wurde der Flügel vorübergehend geräumt. Einige Mieter, die zeitweise ausquartiert wurden, sind wieder zurückgekehrt und fühlen sich wohl. Die zweite Etappe läuft bereits. Während des Sommers kann zudem die Heizung saniert werden. In einem Jahr wird die vierte und letzte Etappe abgeschlossen sein. Beim Neubau wird zurzeit der erdgeschossige Boden betoniert. Der Bezug der Wohnungen wird im Dezember 2009 erfolgen.

EIN EXAKTES BAUPROGRAMM
Das Bauprogramm verlangt von den Beteiligten viel Disziplin und wird für jeden Tag neu definiert. Weil die erste Etappe einige zusätzliche Arbeiten mit sich brachte, ist man leicht in Verzug geraten, was sich jedoch aufholen lasse, sagt Architekt Dieter Zulauf. Für ihn ist erstaunlich, wie gelassen die Mieterschaft mit den Umtrieben umgeht, denn vielfach wird saniert, ohne dass die Mieter in dieser Zeit ausziehen müssen. Dabei hätten sie einiges auf sich zu nehmen, sagt Zulauf.

So sei an einem Morgen der Eingang dort, und am Abend könne er plötzlich anderswo sein, sagt der Architekt. Die Bauherrschaft windet den Mieterinnen und Mietern darum ein Kränzchen für deren Geduld. Mit regelmässigen Informationen, einem «jour fix» für Fragen und der gebotenen Empfänglichkeit für Reklamationen versucht die Bauherrschaft, Friktionen zu verhindern und möglichst reibungsfrei voranzukommen.

Zulauf, selber mit seinem Büro Mieter im Merker-Areal, ist zufrieden mit dem Baufortschritt. «Was wir angetroffen haben, war in etwa zu erwarten», sagt Zulauf und macht damit klar, dass man vor gröberen Überraschungen bis jetzt verschont geblieben sei. Beim ganzen Viereck werden das Dach saniert und isoliert, die Fenster ausgewechselt und die Installationen ersetzt. Ebenfalls ersetzt man die Liftanlagen und verpasst dem Inneren ein Facelifting. «Was in den gemieteten Räumen sonst geschieht, ist Sache der Mieter», erklärt Zulauf. Manches habe man aus Kostengründen leider nicht realisieren können. Dennoch präsentiert sich der sanierte Teil mit schlichten, aber stilvollen neuen Elementen wie der gemeinsamen Ecke mit Lavabo und Spiegel.

EIN INTERESSANTER MIETERMIX
Die Mieterflächen bleiben fast ausnahmslos unverändert. «Die grossen Räume wollten wir unbedingt in ihrer Grösse belassen», sagt Zulauf. Vereinzelt sind auch wieder grosszügige Räume geschaffen worden. So wartet die ehemalige Waschmaschinenmontage auf eine Werbeagentur als neue Mieterin.

Allein der Mieterspiegel der Kultur- und Denkfabrik ist im Merker- Areal beeindruckend. Aus den Bereichen Theater, Tanz, Film und Musik sind mehrere namhafte Institutionen einlogiert wie Fantoche, Figura, ThiK-Administration, Flamencos en Route etc. Mit Marius Brühlmeier und Ruth Maria Obrist sind zwei bekannte Kunstschaffende mit Atelier im Areal. Mit namhaften Berufsleuten oder Büros sind auch die Sparten Grafik, Design und Trendforschung sowie Architektur oder eine Privatschule vertreten. Daneben findet sich eine reiche Palette von Ateliers, Praxen, Kunsthandwerkern und andern Berufsgattungen. Seitens der Besitzerfamilie sei man stolz, dass das «gelbe Viereck» so weiter bestehen bleiben könne, erklärt Fritz Merker vom Verwaltungsrat.

Wohl hatte die Stadt den Anstoss gegeben, indem sie das «gelbe Viereck » mit einem Gestaltungsplan unter Schutz stellen lassen wollte. Das war nicht mehr nötig: 2003 einigten sich Stadt und Merker Liegenschaften AG darauf, dass der Sondernutzungsplan unter Retouchen zur Genehmigung an den Regierungsrat geschickt werden konnte, allerdings unter der Bedingung, dass die Eigentümerin das «gelbe Viereck» in dessen Gestalt erhalten würde.

Presseartikel «Eine Kultur- und Denkfabrik» (pdf, 1.7 MB)
Presseartikel «Kultureller Mikrokosmos wird weiterexistieren können» (pdf, 2.2 MB)

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